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Lesbischer Feminismus L. F. entstand innerhalb der Frauenbewegung und der Organisierung lesbischer Frauen bzw. in der Lesbenbewegung Ende der 1960er (USA), Anfang der 70er Jahre (BRD) und stellt eine Sammelbezeichnung für verschiedene Strömungen politischer Theoriebildung und Praxis dar. Erste Ansätze entwickelten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Subjekte des L.F. sind Lesben mit unterschiedlichem feministischem Selbstverständnis. Zentrale analytische Kategorien des L.F. sind: Heterosexismus (Janz/Kronauer 1989), heterosexualism (Hoagland 1991 [1988]), Hetero-Realität (Raymond 1987 [1986]), Heterozentrismus (Wollrad 1990), heterosexistisches Geschlechterdispositiv (Soine 2002) sowie heterosexuelle Ideologie und Konsens (Rich 1991; 1993 [1980]. Darüber hinaus entwickelte Adrienne Rich die in der Lesbenbewegung und Frauenbewegung bereits vieldiskutierte Kategorie Politische Institution Zwangsheterosexualität sowie lesbisches Kontinuum und lesbische Existenz (HAW-Dokumentation 1974; Rich 1991 [1980]; 1993; kritisch: SIGNS 1981). Aktuell wird u.a. um die in der queer theory entstandene Kategorie Heteronormativität und die damit in Zusammenhang stehenden Vereinnahmungen und Verwässerungen der Erkenntnisse des L.F. durch Ansätze der queer theory diskutiert. Ein weitgehender Konsens der Theorieproduktion und Praxis des L.F. besteht darin, sexualwissenschaftliche, psychoanalytische Konstruktionen von weiblicher Homosexualität und die damit oft einhergehenden Pathologisierungen und Polarisierungen abzulehnen und die Naturalisierung von Heterosexualität radikal in Frage zu stellen. Demgegenüber wurde und wird Lesbisch„sein“ politisiert und als politische Wahl von Feministinnen verstanden. Entgegen den Vorstellungen sexueller Präferenz wurde im Rahmen politischer Identität feministischer Lesben der Bezug von Frauen auf Frauen als Frauenidentifikation betont. Zentrale Diskussionsstränge des L.F. bestanden überdies in der politischen Kritik an Sublesben, im sog. Lesben-Hetera-Konflikt, der Avantgarde-Diskussion sowie der Analyse „Lesben sind keine Frauen“ (Wittig 2003 [1981]). Durch die Kritik von Schwarzen Feministinnen wurde im L.F. verstärkt seit Mitte der achtziger Jahre die teilweise vorhandene Priorisierung der Herrschaftsverhältnisse (Hetero-)Sexismus aufgegeben. Christiane Leidinger, Freie Universität Berlin (cleid@zedat.fu-berlin.de) [Version 1 - 2004-02-17]
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